Wappen und erste Urkunde zu Volkerode

 

Das Wappen und seine Enstehungsgeschichte

Bezug: Im Wirtschaftsleben des Dorfes Volkerode (und damit im Gesamtleben überhaupt) nahm der Obstbau in früheren Jahrzehnten eine hervorragende Stellung ein; darum beschloss der Gemeinderat, ein Wappenzeichen zu wählen, das sich hierauf bezieht

Beschreibung: Im weißen (silbernen) Schild ein mit dem Stiel nach oben weisender grüner Zweig mit grünen Blättern und unten drei roten Äpfeln.

Am 31. Mai 1949 verlieh der Nieders. Minister des Innern der Gemeinde Volkerode auf Antrag der Gemeindevertretung das Recht zur Führung eines Wappens. Ein neues Dienstsiegel mit diesem Wappen wurde von der Abt. HV des Landkreises Göttingen in Auftrag gegeben und dem Volkeröder Gemeindedirektor nach Fertigstellung zugestellt.

Das Wappen ist von dem Göttinger Grafiker O. Rössler von Wildenhain entworfen worden.

 

Erste urkundliche Erwähnung 1297

Wir Ritter Hermann, genannt von Hardenberg, geben allen Gegenwärtigen und Zukünftigen, die diesen Brief hören oder sehen werden, deutlich bekannt und bezeugen hiermit: Mit Zustimmung aller unserer Erben und der sonst noch Beteiligten übertragen wir der Gemeinschaft der Nonnen beim "Garten der heiligen Maria" (Mariengarten) zwei Hufen in Volcharderode (Volkerode) mit allen Nutzungsrechten im Dorfe, an Feldern, Wäldern und Weiden; diese Hufen haben die Söhne des Heinrich von June (Jühnde), seligen Angedenkens, nämlich Johannes, Heinrich, Conrad und Richelm von uns zu Lehen getragen. Und wir werden zusammen mit unseren Erben oder Nachfolgern das mit dem Besitz der genannten Hufen verbundene tatsächliche Nutzungsrecht verbürgen, wo und wann immer dies nötig sein wird. Zur festeren Erinnerung an diese Angelegenheit haben wir die vorliegende Urkunde durch den Schutz unseres Siegels bekräftigt. Gegeben im Jahre des Herrn 1297 am Vorabend des Pfingstfestes.

Quelle: M. v. Boetticher, Urkundenbuch des Klosters Mariengarten, Hildesheim, 1987

Einige chronologisch interessante Ereignisse

- vor 7000 Jahren: Jungsteinzeitliche Siedlung südöstlich von Volkerode am Hagenanger

- 1297: erste, bekannte Urkunde über Volkerode genannt Volcharderode; Hermann von Hardenberg schenkt dem Kloster Mariengarten 2 Hufen (Land) in Volkerode

- 1397: erste Kirche in Volkerode als Filialkirche von St. Martini in Sieboldshausen

- 1588-1657: kirchliche Betreuung von Obernjesa wegen der späteren Reformation in Sieboldshausen

- 1674: Volkerode hat 230 Einwohner, davon 24 Schüler

- 1678: Reichsfreiherr Grote von Jühnde erhält u. a. Volkerode als Lehn vom Herzog von Braunschweig - Lüneburg

- 1800: 29. April 1800: großes Unwetter im Göttinger Land. Entstehung der Bühgraben und einer 10 bis 12 Meter tiefen Schlucht im Kesselbrunnen und Schulgraben an der Kirche

- 1812: Bau des Volkeröder Schulgebäudes neben der Kirche am Schulgraben

- 1871-1881: Verkopplung (Flurbereinigung) in Volkerode mit der Entstehung der heutigen Feldflur

- 1892: Bau der 3. Kirche im neugotischen Stil, nachdem die Kirche wegen Baufälligkeit in Folge der großen Flut von 1800 im Jahre 1888 geschlossen worden war

- 1901-1903: Bau einer gemeindlichen Wasserleitung mit Oberflächenwasser vom Berge

- 1947: Mit 486 Einwohnern bei 170 Flüchtlingen und 75 Evakuierten hat Volkerode den höchsten Bevölkerungsstand

- 1949: Verleihung des Dorfwappens - ein Apfelzweig mit drei roten Äpfeln - als Hinweis auf die günstige klimatische Lage der Dorfes im Windschatten der Dransfelder Hochebene

- 1954: Bohrung des Brunnens mit 72 Meter Tiefe am Ende des Oberdorfes

- 1967: Verrohrung des Schulgrabens am Kirchplatz und Einrichtung des Kinderspielplatzes.

- 1972: Einbau der Sargkammer im Turm der Kirche (als Friedhofskapelle) und Neugestaltung des Friedhofes

- 1973: Volkerode als Ortschaft der "Gemeinde Rosdorf" mit einem Ortsvorsteher bis 1996 und danach mit einem Ortsrat

- seit 1975: vielfältige, erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft"

- 1975/76 Neubaugebiet als Stichstraße „An der Worth“

- 1977: Beginn des traditionellen Volkeröder Frühschoppens; eigener Umbau der ehemaligen Schule zum Bürgerhaus

- 1979: Anbau des Feuerwehrgerätehauses am Bürgerhaus und Bau der Schutzhütte für den Grillplatz auf der Krücke in Eigenleistung

- 1979-1981: Bau eines getrennten Kanalsystems und Erneuerung der Wasserleitung

- 1990: Partnerschaft mit dem gleichnamigen Dorf Volkerode im Eichsfeld /Thüringen nach der Wiedervereinigung und Ausbau des Feuerwehrschulungsraumes im Bürgerhaus

- 1995/1996: Neubau des Westteiles des Bürgerhauses aus Gemeindemitteln und Eigenleistung

- 1997: Fest "700 Jahre Volkerode" mit Grenzbegehung, Laientheater, Disco, Festveranstaltung, 30-minütige Live-Sendung aus Volkerode durch das NDR-Fernsehen im Rahmen der samstäglichen Sendereihe "Hallo Niedersachsen - Jetzt geht's rund ... in Volkerode", Schau von Oldtimer-Traktoren und Landmaschinen sowie abschließendem Frühschoppen

- 1999: Neubaugebiet in der Verlängerung der Karl-Bertling-Straße

- 2003: Schließung des Gasthauses Sauerland und Bau eines neuen Trinkwasserbehälters auf der Krücke zur besseren Wasserversorgung im Dorf und als Reserve für die gemeindliche Trinkwasserversorgung

Ausblick

Unsere Vereine (Heimatverein, Feuerwehrverein, Schwarz-Weiß, Realverbände, Jagdgenossenschaft) sowie Ortsrat und Kirchengemeinde bemühen sich, unser  Dorf für uns und unsere Kinder attraktiv, lebendig, lebens- und liebenswert zu erhalten. Wie unsere Vorgeneration wollen wir unser schönes Volkerode weiterentwickeln, die gute Gemeinschaft zu unser aller Nutzen pflegen und auch neue, gute Ideen realisieren.

Der/die an Volkerode interessierte Leser/in sei auf die Dorf-Chronik des Lehrers Hans Dassow, auf die Chronik der Gemeinde Rosdorf und auf die umfangreiche chronikartige Festschrift zur 700 Jahrfeier 1997 hingewiesen.

Zusammengestellt von Johannes Siemes im März 2006


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